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Digitale Krankenhäuser, die neue Zukunft des Gesundheitswesen

November 29, 2022

Die Zukunft des Gesundheitswesens rückt immer näher – dank der Entwicklung digitaler Krankenhäuser, in denen die Technologie die große Protagonistin ist.

Wie kommt es zu diesem Wandel der Denk- und Arbeitsweise? Wir können zwei Hauptfaktoren benennen, die die technologische Transformation im Gesundheitswesen vorangetrieben haben, und helfen, die Gründe für das Umdenken zu verstehen.

Der erste Faktor: Wir steuern auf ein kompliziertes demografisches Szenario zu. Die Weltbevölkerung wächst immer weiter. Im Jahr 2050 werden voraussichtlich 9,7 Mrd. Menschen auf der Erde leben. Gleichzeitig leben die Menschen aufgrund der stetigen Verbesserung der Gesundheitsversorgung immer besser. Bis 2030 wird der Anteil der über 60-Jährigen um 34 % steigen.

Der zweite Faktor, der die Digitalisierung der Krankenhäuser vorangetrieben hat, ist die COVID-19-Krise. Sie hat uns nicht nur eine Reihe von Lehren hinterlassen, sondern auch aufgezeigt, welche Folgen ein Mangel von Ressourcen in Krankenhäusern haben kann

Vor dem Hintergrund der demografischen Situation und der Vorbereitung auf eine mögliche zukünftige Pandemie besteht eine der Hauptprioritäten für das Gesundheitswesen darin, den Leistungsumfang zu gewährleisten, der notwendig ist, um den Kollaps zu vermeiden. Möglich ist das, indem man die Ressourcen aufstockt oder optimiert. Optimierung geht nur mit Digitalisierung.

Technologie ist zwar ein zentrales Element im Krankenhaussystem, aber der Gesundheitssektor strebt eine noch größere digitale Transformation an, die auf Fehlerreduzierung, die Steigerung der Qualität der Patientenerfahrung und -versorgung, die Optimierung des Personal- und Betriebsmanagements und die Verbesserung der internen und externen Kommunikation abzielt.

Ein digitales Erlebnis für Patienten 

Digitale Krankenhäuser möchten das Patientenerlebnis entlang des gesamten Prozesses verbessern. Dank des Einsatzes von Technologie können Patienten sämtliche Informationen schnell erhalten und sind vor, während und nach ihrem Aufenthalt aktiv eingebunden.

Die Verbesserung des Erlebnisses beginnt mit einer stärkeren Personalisierung – sowohl der Patientenversorgung als auch der Leistungen. Dafür ist es wichtig, nicht in schlechte Praktiken zu verfallen und den Patienten in den Mittelpunkt zu stellen. 

Damit ein Telemedizinsystemetabliert wird, bei dem der Patient die Verbesserung der Effizienz spürt, sind fünf Faktoren zu berücksichtigen:

  • Menschlicher Blickwinkel: Patienten müssen an jedem Punkt der Patient Journey als menschliche Wesen betrachtet werden und man muss stets so einfühlsam wie möglich mit ihnen umgehen, um ihre Bedürfnisse zu verstehen.
  • Stärkung der persönlichen Beziehungen: Wenn es einem Patienten schlecht geht, muss er stets das Gefühl haben, dass man ihm zuhört und sich um ihn kümmert. Kommunikation ist deshalb unerlässlich.
  • Kombination aus künstlicher und emotionaler Intelligenz: Die Einführung von Maschinen mit künstlicher Intelligenz ist ein großer Fortschritt für die Telemedizin. Es ist jedoch wichtig, nicht in eine Entpersonalisierung zu rutschen, bei der der Patient das Gefühl hat, mit einer Maschine zu sprechen.
  • Auswahl der richtigen Metriken: Im Kontext der digitalen Gesundheit sollten wann immer möglich ePROMs  eingesetzt werden, um die Aktivität des Patienten aufzuzeichnen und sie mit dem Behandlungsteam zu teilen. Sie helfen, zu verstehen, inwiefern das Krankenhaus sich auf die Gewohnheiten, die Lebensqualität und die Gesundheit auswirkt.
  • Patientenzentriertes System: Will man das Patientenerlebnis verbessern, muss man den Patienten in den Mittelpunkt der Strategie stellen. 

Die Verbesserung des Kundenerlebnisses wird durch künstliche Intelligenz vorangetrieben. Das gilt sowohl für den Krankenhausaufenthalt als auch für administrative Belange wie die Aufnahme, die Entlassung und andere Prozesse.

Künstliche und digitale Intelligenz in Krankenhäusern

Schon seit Jahren sind wir daran gewöhnt, dass alles in Echtzeit möglich ist. Wenn man etwas wissen will, schlägt man es einfach im Internet nach – ganz gleich, wie spät es ist und wo man sich gerade aufhält. Dieses Echtzeit-Erlebnis wünschen sich Patienten auch im medinischen Bereich. Und künstliche Intelligenz macht es möglich. 

Stattet man Krankenhäuser mit virtuellen Assistenten aus, die KI nutzen und die Fragen von Patienten beantworten können, kann das das Patientenerlebnis radikal verändern.

Solche Assistenten könnten sämtliche Fragen zu Diagnosen, Medikamentenplänen, Testergebnissen und Terminen beantworten und sogar Daten zur Patientengeschichte speichern.

 Künstliche Intelligenz kann auch die Lösung sein, um den Aufnahme- und den Entlassungsprozess zu vereinfachen. Diese Prozesse führen bei Patienten häufig zu Unzufriedenheit, da es zu Wartezeiten kommt und viele Formulare ausgefüllt werden müssen. 

Ziel ist ein benutzerfreundlicher Registrierungsprozess in der Cloud, auf den man leicht zugreifen kann. Auch nach seiner Aufnahme erhält der Patient sämtliche Instruktionen über ein cloudbasiertes Gerät. Die KI des Geräts übernimmt die Auswahl des Zimmers und unterstützt die Medikamentenvergabe, diagnostische Optionen und andere Vorgänge.

Das Krankenhaus 4.0 und digitale Krankenhäuser

Die Industrie 4.0 hat die digitale Transformation in alle Sektoren gebracht – auch in die Gesundheitsbranche. 

Die digitale Transformation ging mit dem Ausbau der intelligenten Infrastruktur einher, in die neue Technologien wie künstliche Intelligenz, virtuelle Realität, Big Data und das Internet der Dinge (IoT) integriert werden.

Das intelligente Krankenhauses zielt nicht nur darauf ab, Technologie in die Krankenhausumgebung einzubinden, sondern auch darauf, allen Beteiligten Vorteile zu bieten.

Wir können 10 Schlüsselpunkte benennen, auf die sich das Krankenhaus der Zukunft stützen wird:

  1. Das Krankenhaus der Zukunft wird keine geschlossene Einrichtung mehr sein, sondern eine technologische Plattform für die Tätigkeit medizinischer Einrichtungen in den einzelnen geografischen Regionen.
  2. Das Krankenhaus der Zukunft wird nicht langer hierarchisch organisiert sein, sondern prozessorientiert. Somit umfasst jeder Versorgungsbereich klinische Leistungen und Fachkräfte.
  3. Die Technologie wird sehr präsent sein und der Schlüssel zur Verkürzung der Krankenhausaufenthalte und zur Vermeidung unnötiger Einweisungen sein.
  4. Das Krankenhaus der Zukunft wird Patienten mit chronischen Erkrankungen eine aktive und ständige Nachsorge bieten. 
  5. Der Patient wird in den Mittelpunkt gerückt, hat eine aktive Rolle bei der Entscheidungsfindung und wird in das Behandlungsteam eingebunden.
  6. Die Organisation des Krankenhauses wird nicht mehr leistungsorientiert sein, sondern sich auf Versorgungsschwerpunkte wie Herz, Gehirn, Krebs usw. konzentrieren.
  7. Die Entwicklung des digitalen Krankenhauses wird auch für die Umstrukturierung der Dienstleistungen entscheidend sein und eine stärkere Nutzung der Telemedizin ermöglichen, da es ambulante Gesundheitsversorgung und häusliche Pflege anbietet.
  8. Die Transformation wird sich auch auf das Management des Krankenhauses auswirken: Das Krankenhaus muss transparenter sein und öffentlich machen, welche Ergebnisse es mit den verfügbaren Ressourcen erzielt.
  9. Das Krankenhaus bietet eine größere Vielfalt an, um die Bedürfnisse der Bevölkerung effektiv zu decken, und Dienstleistungen von höherer Qualität
  10. In einem Krankenhaus, in dem die Betreuung chronischer Patienten eine der Prioritäten sein wird, wird die interne Medizin eine Schlüsselrolle in der Zukunftsversion spielen.

COVID-19 und die Digitalisierung des Krankenhauses der Zukunft

Die COVID-19-Krise hat die Welt verändert. Im Fall einer globalen Pandemie, die sich auf die eine oder andere Art und Weise auf Millionen von Menschenleben auswirkt, ist es entscheidend, wie Krankenhäuser reagieren.

Die Krise war der Auslöser dafür, dass die Digitalisierung des Gesundheitssystems an Fahrt gewonnen hat. In China werden bereits Roboter eingesetzt, die das Patientenerlebnis und die Patientenversorgung verbessern. 

Aber man muss nicht bis nach Wuhan ins Epizentrum der Pandemie reisen, um zu sehen, wie die Technologie die Krankenhäuser erobert. Viele Krankenhäuser und Erstversorgungszentren weltweit verfügen bereits über 5G-gesteuerte Temperaturmessroboter.

Man sieht dort auch einfachere Roboter, die mithilfe von Zubehör wie intelligenten Armbändern, die die Patienten rund um die Uhr tragen, die Herzfrequenz oder die Sauerstoffsättigung messen.

Sowohl neue Technologien als auch die virtuelle Realität wurden im Gesundheitswesen schon eingesetzt, um Medikamente intravenös zu verabreichen. Der Roboter liest die Strichcodes und füllt die Spritzen, wodurch Fehler und Nachlässigkeiten vermieden werden können.

Auch in Form von Desinfektionsrobotern, die mit UV-Licht schädliche Bakterien und Mikroorganismen abtöten, hat Virtual Reality Einzug in Krankenhäuser gehalten.

Im Fall der kleinen Patienten verschönert Virtual Reality den Aufenthalt im Krankenhaus: Unterhaltungsroboter, führen lustige Tänze auf oder verfügen über ein Tablet mit verschiedenen Spielen.

Das Internet der Dinge, hingegen hat sich im Bereich der psychischen Gesundheit als hilfreich erwiesen, um das Stressniveau im Krankenhaus zu senken und den Patienten während ihres Aufenthalts mehr Ruhe zu verschaffen. 

Die Verbesserung der mentalen Gesundheit hängt mit der Ausstattung der Zimmer mit Unterhaltungssystemen zusammen, die das IoT nutzen. Die Geräte ermöglichen es den Patienten, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben und sich während des Aufenthalts nicht so einsam zu fühlen.

Das Stressniveau von Menschen mit eingeschränkter Mobilität kann dank sprachgesteuerter Terminals gesenkt werden, die den Patienten mehr Autonomie bieten und ihre Abhängigkeit verringern, was ihr Krankenhauserlebnis verbessert.

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